Dienstag, 22. Juli 2014

Soll man die Bücher der Acharyas lesen?


Frage: Wo sagt Srila Prabhupada, dass wir die Bücher der früheren Acharyas lesen sollen? Ich dachte, dass es ausreicht, wenn man seine Bücher liest.

Antwort von BR Sadhu Swami Gaurangapada:

In der Einleitung zum Srimad Bhagavatam schreibt Srila Prabhupada:

“Viele Geweihte vom Herrn Caitanya wie Srila Vrindavana dasa Thakur, Sri Locana dasa Thakur, Srila Krishnadasa Kaviraja Gosvami, Sri Kavikarnapura, Sri Prabodhananda Sarasvati, Sri Rupa Gosvami, Sri Sanatana Gosvami, Sri Raghunatha Bhatta Gosvami, Sri Jiva Gosvami, Sri Gopala Bhatta Gosvami, Sri Raghunatha dasa Gosvami; und auch im gegenwärtigen Zeitalter während der letzten zweihundert Jahren: Sri Visvanatha Cakravarti, Sri Baladeva Vidyabhushana, Sri Syamananda Gosvami, Sri Narottama dasa Thakura, Sri Bhaktivinoda Thakura und schliesslich Sri Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakura (unser spiritueller Meister) und viele andere grosse und berühmte Gelehrte und Gottgeweihte haben Bücher und mehrbändige literarische Werke über das Leben und die Lehren des Herrn verfasst. Derartige Werke gründen alle auf den überlieferten Schriften (sastras) wie den Veden, Puranas, Upanishaden, dem Ramayana, dem Mahabharata und anderen Geschichten und auf den von den Acharyas anerkannten Werken. Sie sind in ihrer Zusammenstellung und Präsentation einzigartig und voll von transzendentalem Wissen. Leider sind die Menschen dieser Welt immer noch in Unkenntnis über diese Literatur, aber wenn diese meist in Sanskrit oder Bengali verfassten Werke ans Licht kommen und denkenden Menschen zugänglich gemacht würden, dann würde der Ruhm Indiens und die Nachricht der Liebe diese düstere Welt überfluten, welche hauptsächlich nach Friede und Wohlstand mittels zahlreicher trügerischen Methoden trachtet, welche von den Acharyas der Schülernachfolge nicht annerkannt werden.”

“Andere falsche Gottgeweihte denken, dass das Studieren der Bücher früherer Acharyas nicht empfehlenswert sei, so wie das Studium von trockener, auf Erfahrung berufender Philosophie. Aber Srila Jiva Goswami, der Nachfolger der früheren Acharyas, hat uns die Schlussfolgerungen der Schriften in den sechs Thesen (Shat-sandarbhas) eingeschärft. Falsche Geweihte, welche sehr wenig Wissen von solchen Schlussfolgerungen haben, scheitern darin, reine Hingabe zu erlangen, weil sie die günstigen Anweisungen der selbstverwirklichten Gottgeweihten für den hingebungsvollen Dienst nicht annehmen. Solche falsche Gottgeweihte sind wie Unpersönlichkeitsanhänger, welche auch denken, hingebungsvoller Dienst sei nicht besser als gewöhnliche fruchtbringende Tätigkeiten.” (Caitanya Caritamrita Adi-lila 2.117)

Amogha: “Ich dachte, du sagtest, wir sollten die Bücher der vorangegangenen Acharyas nicht lesen.”
Srila Prabhupada: “Nein, ihr sollt sie lesen.” (Morgenspaziergang am 13. Mai 1975 in Perth)

“Ein aufrichtiger Gottgeweihter muss sich deshalb darauf vorbereiten, vedische Schriften wie die Upanishaden, den Vedanta und andere Literatur der früheren Autoritäten oder Goswamis zum Nutzen seiner Entwicklung zu hören. Ohne solche Schriften zu hören, kann man keinen wahren Fortschritt erzielen. Und ohne das Hören und Befolgen der Anweisungen, wird das Vorspielen des hingebungsvollen Dienstes wertlos und deshalb zu einem Hindernis auf dem Pfad des hingebungsvollen Dienstes. Deshalb sollte man das blosse Zurschaustellen hingebungsvollen Dienstes sogleich zurückweisen, wenn dieser Dienst nicht auf den Prinzipien von Hören (sruti), Erinnern (smriti), und den Schriften (purana oder pancaratra) beruht. Ein nicht autorisierter Geweihter sollte nie als ein reiner Gottgeweihter angesehen werden. Durch das Verinnerlichen der Anleitungen der vedischen Schriften kann man den all-durchdringenden Aspekt der Persönlichkeit Gottes im eigenen Selbst immerfort sehen. Dies nennt man Samadhi (Überseelen-Meditation).” 
(Srila Prabhupada in der Erläuterung zum Srimad Bhagavatam 1.2.12)





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