Mittwoch, 4. November 2009

2. Die höchste Herrlichkeit der Namen Nityananda und Gauranga (31)

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(31) SEKTIERERTUM IM SPIRITUELLEN LEBEN

Srila Bhaktivinod Thakur im Krischna Samhita 8.22, Vers und Erläuterung stammen von ihm:

sampradaya-virodho 'yam davanalo vicintyate

“Das elfte Hinderniss für die Vaishnavas ist das Sektierertum, welches die Form eines Waldbrandes annimmt. Durch Sektierertum kann eine Person jemand ausserhalb der eigenen Gruppe nicht als einen Vaishnava annehmen, und als Folge davon ist er mit vielen Hindernissen auf der Suche nach einem spirituellen Meister und der Gemeinschaft mit ernsthaften Gottgeweihten konfrontiert. Deshalb muss der Waldbrand unbedingt durch Aufgabe dieser Haltung gelöscht werden.”

Srila Prabhupada schreibt: “Krishnadas Kaviraja Goswami respektiert alle Prediger der Bewegung von Caitanya Mahaprabhu gleichermassen, welche mit den Ästen eines Baumes verglichen werden. ISKCON ist einer dieser Äste.” (Caitanya Caritamrita Adi-Lila 10.7, Erläuterung)

“Es gibt viele Gesellschaften und Gemeinschaften von reinen Gottgeweihten, und wenn jemand mit nur wenig Glaube anfängt, in solch einer Gesellschaft Gemeinschaft zu pflegen, wird sein Fortschritt zu reinem hingebungsvollem Dienst rasch erfolgen.” (Nektar der Hingabe, Kapitel 19, Seite 41)

“Gruppendenken – der grosse Feind der Wahrheit – wird den Wahrheitssuchenden immer verwirren, welcher die Wahrheit in den religiösen Schriften seines Landes sucht, und ihn glauben lassen, dass die absolute Wahrheit nirgendwo ausser in seinen alten religiösen Schriften zu finden sei.” (Srila Bhaktivinod Thakur)

“Bezüglich der Schülernachfolge von Arjuna her kommend, bedeutet Schülernachfolge nicht unbedingt, dass man offiziell eingeweiht werden muss. Schülernachfolge bedeutet, die Schlussfolgerung der Jünger anzunehmen.” (Srila Prabhupada in einem Brief an Dinesh, Tittenhurst, 31.Oktober 1969)

“Srila Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakura Prabhupada erklärt, dass es zwei Arten von Schülernachfolge gibt: Bhagavata und Pancaratriki. Pancaratriki bedeutet die Linie vom Guru zum Jünger, oder Vater zum Sohn, aber die Essenz könnte verloren gehen. Dahingegen kann jemand in der Bhagavata parampara weit entfernt wohnen und nicht formell von einem Guru eingeweiht sein, aber er hat den Geist von Caitanya verstanden. Die Pancaratriki parampara wird unausweichlich im Laufe der Zeit zerfallen.” (Aus dem bald erscheinenden Buch von Bhakti Vikasa Maharaja über Srila Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakura Prabhupada)

“Ein Sannyasi sollte eine Institution haben, deren Ziel das Predigen vom Krischnabewusstsein ist.” Srimad Bhagavatam 7.13.34

“Als Kesava Bharati zu Ihm nach Hause kam, fragte ihn der Herr, ob er Ihm den Lebensstand der Entsagung gewähren möge. Das war eine Formsache. Der Lebensstand der Entsagung muss von einem anderen Sannyasi angenommen werden.” (Srila Prabhupada in der Einleitung zum Bhagavatam)

“Von all diesen ist der Lebensstand der Entsagung, der Stand eines Sannyasis, der höchste von allen, und der Sannyasi ist der rechtmässige spirituelle Meister der anderen Stände und Abteilungen.” (Bhagavatam 1.3.13 Erläuterung)

Caitanya Caritamrita Adi-Lila 17.265, Erläuterung: “Von allen spirituellen Ständen ist der Stand des Sannyasa der höchste. Deshalb ist der Sannyasi der spirituelle Meister aller Varnas und Ashramas, und auch von einem Brahmana wird erwartet, dass er einem Sannyasi Ehrerbietung darbringt.”

“Man ist verpflichtet, einem Sannyasi Respekt zu zollen, weil ein Sannyasi als der Meister aller Varnas und Ashramas angesehen wird.” (Einleitung zum Bhagavatam S.15)

“Jemand, der ein Haushälter ist, aber von einem Sannyasi eingeweiht wurde, ist verpflichtet, das Krischnabewusstsein zu Hause zu verbreiten ... Es gibt vielfältige Literatur um das Krischnabewusstsein zu verbreiten, und es ist die Pflicht eines jeden Haushälters von seinem spirituellen Meister über Krischna zu lernen.” (Bhagavatam 3.21.31, Erläuterung)

“Im Varnasrama-System wird der Sannyasi, oder derjenige im Lebensstand der Entsagung, als Oberhaupt oder spiritueller Meister aller gesellschaftlichen Stellungen und Stände angesehen.” Bhagavat Gita 16.1-3, Erläuterung)

“Darum können die Sannyasis in der Linie von Caitanya Mahaprabhu überall vom Krischnabewusstsein sprechen, und wenn jemand aufrichtig gewillt ist ein Schüler zu werden, wird ihn der Sannyasi sicher annehmen. Ohne die Schülerzahl zu vermehren, kann das Krischnabewusstsein nicht verbreitet werden.” (Srila Prabhupada im Nektar der Hingabe, Kapitel 7)

“Der Gedanke einer organisierten Kirche in einer verständlichen Form, ist tatsächlich das Ende einer lebendigen spirituellen Bewegung. Die grossen kirchlichen Einrichtungen sind wie die Deiche und Dämme, welche den Strom aufhalten sollen, welcher durch solche Vorrichtungen nicht gehalten werden kann. Sie sind vielmehr ein Ausdruck des Wunsches seitens der Masse, eine spirituelle Bewegung für ihre eigenen Zwecke auszunützen. Sie zeigen auch unzweifelhaft das Ende der absoluten und unkonventionellen Führung des ermächtigten spirituellen Lehrers auf. Die Menschen dieser Welt verstehen vorsorgliche Systeme, sie können keine Ahnung vom unvorbereiteten, positiven ewigen Leben haben. Auch kann es keine irdische Erfindung geben, um das Leben ewig auf dieser weltlichen Ebene für die Masse zu erhalten.” (Srila Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakur, Harmonist 29.7)

“Warum gibt es diese Politik? Das ist nicht gut. Wenn die Politik anfängt, wird das Predigen zum Stillstand kommen. Das ist die Schwierigkeit. Sobald es Politik gibt, wird alles zerstört.” (Klasse von Srila Prabhupada am 30.September 1975)

“Wir sollten vorsichtig sein mit Machtkämpfen. Unser alleiniges Ziel sollte sein, dass ein jeder Gottgeweihter sich ganz Krischna hingibt, dann wird alles gut gehen.” (Klasse von Srila Prabhupada vom 19.Juli 1973)

Kommentar von BR Sadhu Swami Gaurangapada:

Ein Acharya wie Srila Prabhupada ist ein Jagadguru, genau wie die Sonne. Die Sonne ist nie indisch, amerikanisch, chinesisch u.s.w. Jeder kann sich in jedem Land im Sonnenlicht sonnen. Genauso kann jeder überall auf der Welt den Anweisungen des Acharyas folgen und predigen, um ihn und die Herrschaften Sri Sri Nityananda-Gauranga zufrieden zu stellen, ungeachtet ob er offiziell innerhalb der Gesellschaft ist, welche dieser Acharya gegründet hat, oder ausserhalb von ihr, oder auch in einer anderen Organisation. Die äusserliche Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation hat überhaupt nichts mit der praktischen Anwendung der Lehren und Anweisungen des erhabenen Acharyas zu tun.

Tatsächlich ist die wirkliche und wahre Gesellschaft des Acharyas da zu finden, wo ein Gottgeweihter ernsthaft versucht den Lehren des Acharyas zu folgen, ob innerhalb oder ausserhalb der vier Wände einer Institution. Manchmal mag eine Person äusserlich innerhalb der vier Wände der Organisation, welche vom Acharya gegründet wurde, sein, aber wenn man abweicht von den Anweisungen vom spirituellen Lehrer, den Heiligen und den Schriften (guru, sadhu, shastra) kann man nicht wirklich in der reinen Vaishnava Gesellschaft sein, wie es vom Acharya vorgesehen war. Das ist was mit Krischna- oder Gauranga- Bewusstsein gemeint ist. Wände haben kein Bewusstsein, es ist in den Herzen der Gottgeweihten. Die Treue zu den Lehren eines Acharyas ist keine sektiererische Erscheinung. Auch sollte man zuerst sein Haus reinigen, bevor man behauptet, dass niemand ausserhalb des Hauses rein sein kann.
Wie Srila Bhaktisiddhanta in seinem aussergewöhnlichen, obengenannten Zitat aufzeigt, mag eine organisatorische Einrichtung, geschaffen von einem unkonventionellen Acharya, welcher von der spirituellen Welt hinabgestiegen ist, in seiner körperlichen Abwesenheit bestehen oder auch nicht; aber seine ewigen Lehren sind in Wahrheit das Leben und die Seele seiner Nachfolger, welche auch erst in tausend jahren geboren werden mögen. Der Bhagavat Gita zufolge, wurde sogar die Parampara, welche von Krischna selbst angefangen wurde, durch den Zerfall der Zeit unterbrochen. Also macht es keinen Sinn, einfach an den Schatten oder den äusserlichen vier Wänden einer Organisation festzuhalten, welche sowieso vom Zahn der Zeit verwittert wird. Was man wirklich beachten muss, ist das Vani der Acharyas. Weil sie durch dieses Mittel ewiglich in dieser Welt bleiben um ihre Nachfolger zu führen, welche vielleicht äusserlich in einer anderen oder gar keiner Organisation sind.

Eine Vaishnava Organisation zum Predigen sollte als einen der Äste der Gaudiya Parampara verstanden werden. Wenn sie aber darauf besteht, dass sie der einzige Zweig ist und die Gottgeweihten anderer Organisationen abweist, begeht sie die grössten Vergehen durch parteiische, intolerante und dogmatische sektiererische Überlegungen, welche zu Vaishnava Aparadha in grossem Umfang führen. Dies ist in der Vergangenheit wiederholt geschehen und jedermann kennt auch die Folgen davon. Aber immer noch scheinen Menschen nicht von ihren eigenen Fehlern oder den Fehlern anderer aus der Vergangenheit zu lernen und deshalb scheuen sie nicht davor zurück, andere sogleich zu kritisieren, aus einem engstirnigen, intoleranten und sektiererischen Verständnis heraus. Tatsächlich wurde es zu einer Art von Angewohnheit oder Berauschung, sich damit zu beschäftigen, Gottgeweihte ausserhalb der eigenen Gruppe herabzuwürdigen. Niemand denkt an die ernsthaften Folgen, falls diejenige Person, welche herabgesetzt wird, ernsthaft den Wunsch hat, Guru und Gauranga zufriedenzustellen, auch wenn er scheinbar anders handelt oder predigt, in einer äusserlich anderen Gruppe, als diejenige, welche ihn kritisiert. Aber es erstaunt nicht, da man sich sogar innerhalb der Gruppe gegenseitig kritisiert, also kann man offensichtlich auch erwarten, dass sie jeden ausserhalb der Gruppe oder diejenigen welche die Gruppe verlassen, ebenfalls kritisieren, ohne sich im geringsten um die Beweggründe zu kümmern. Sowohl innerliche wie äusserliche Schlammschlachten werden zu einem Bestandteil des Lebens oder zu einer starken, unüberwindbaren Angewohnheit in diesen engstirnigen, weltlichen Gruppierungen.

SCHLUSSFOLGERUNG: Man sollte deshalb Gemeinschaft mit Gauranga Bhaktas pflegen und von ihnen hören, und nicht auf der Basis eines solch weltlichen Verständnisses von Organisationen. Vielmehr sollte man auf ihr Festhalten an den Lehren von Guru-Sadhu-Shastra achten und wie schön sie die Anweisungen von Guru und Gauranga umsetzen, und wie viel Vertrauen sie in das Chanten der heiligen Namen von Nityananda, Gauranga und Hare Krischna haben.

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